Rezension - "Ein Diktator zum Dessert"

"Ein Diktator zum Dessert" von Franz-Olivier Giesbert
Originaltitel: La Cuisinière d'Himmler

Rose ist 105 Jahre alt, eine begnadete Köchin mit einem kleinen Restaurant in Marseille. Sie hat den Genozid an den Armeniern, die Schrecken der Nazizeit und die Auswüchse des Maoismus erlebt. Deshalb hat sie vor nichts und niemandem mehr Angst. Für den Fall, dass ihr jemand blöd kommt, trägt sie immer einen Colt in der Tasche. Sie lässt sich von Mamadou, ihrem jugendlichen Gehilfen im Restaurant, auf dem Motorrad durch Marseille kutschieren, hört Patti Smith, treibt sich im Internet auf Singlebörsen herum und denkt auch im biblischen Alter immer nur an das Eine. Und sie meint, dass sie nun alt genug ist, ihre Memoiren zu schreiben: Um das Leben zu feiern und die Weltgeschichte das Fürchten zu lehren.

             

*Ich habe dieses Buch als Rezensionsexemplar erhalten*

*Meine Meinung ist jedoch meine eigene und hat nichts mit dem Erhalt des Buches zu tun*





Also ... wo fange ich hier überhaupt an? Am besten mit dem Titel? Okay? Okay. Also der Titel und der Klappentext versprechen eine witzige Komödie aus der Sicht der etwas in die Jahre geratenen Rose, die nur knapp den armenischen Genozid überlebt. Rose stürzt von einer tragischen Situation in die andere. Wird an einen alten Mann verkauft und von ihr missbraucht, dann wird sie an einen anderen Mann verkauft, welcher sie ebenfalls missbaucht. Sie heiratet ein paar Mal, hat mehrere Affären, verliebt geliebte Menschen und plant Rache für alles, was sie durchmachen musste. Gekennzeichnet wird das alles mit dem etwas gewöhnungsbedürftigen Schreibstil von Giesbert und der satirischen Vernetzung des ganzen. 

So weit so gut ... nur naja ... bei dem Humor hat es ein bisschen gefehlt, meiner Meinung nach. Das Buch hat mich am Ende nur geschockt und zuweilen auch richtig angeekelt. 
Wisst ihr, wenn man etwas liest und in der Geschichte wird eine Frau beschrieben und ohne den Autor zu kennen, weiß man einfach dass es ein Mann sein muss? Ja genau das Problem hatte ich hier. Die Geschichte fängt ganz gut an (naja den Umständen entsprechen halt, wie gut kann schon hunderfacher Mord sein?) --- 
Was bei der Geschichte wirklich fehlt ist die Handlung, es passiert zwar viel aber doch nicht viel. Das ganze baut einfach darauf auf, dass Rose ziemlich viel .. Geschlechtsverkehr hat. Naja nichts schlimmes dabei, wirklich, aber es fehlten einfach die emotionalen Hintergründe. Ohne zu viel zu spoilern ... sagen wir mal so, sie hat ziemlich brutale und schreckliche Dinge durchgemacht, über die im späteren Verlauf einfach nicht gesprochen wird und somit ihr ganzer Charakter einfach unvollständig und löchrig wirkt. Viele der Dinge hat der Autor auch einfach ins Lächerliche gezogen, was mir persönlich wirklich unangenehm zum Lesen war. Ich weiß, soll eine Komödie sein, aber trotzdem. Mir kommt vor der Autor hat sie so viel Leid erfahren lassen und sie am Ende doch nur als eine "notgeile" Figur dargestellt. Auch bin ich mit der Sympatisierung für Hitler und Himmler nicht einverstanden. Es gibt auch ein bisschen Magical Realism was die Geschichte noch mehr durcheinander gebracht hat und mich auch den Rest in Frage stellen hat lassen. 
Alles in allem, hätte man vieles anders machen können ... aber es gibt ja bekanntlich verschiedene Geschmäcker, also muss sich jeder sein eigenes Bild machen. 

Titel: "Ein Diktator zum Dessert" (OT: La Cuisinière d'Himmler)
Autor/in: Franz-Olivier Giesbert 
Erscheinungsdatum: 16. März 2015
Verlag: carl's books
ISBN9783570585382
GenreRoman 





Rezension - "Tausend Meilen über das Meer"

"Tausend Meilen über das Meer: Die Flucht des Karim Deeb" von Annabel Wahba

Karim ist die Flucht aus seiner umkämpften Heimatstadt Homs gelungen. Mit seiner Familie schafft er es zunächst nach Ägypten und versucht von dort, mit seinem Onkel übers Mittelmeer nach Italien zu gelangen. Dabei verliert er den Onkel im Gedränge, verfehlt das Schlepperboot und landet im Gefängnis. Beim nächsten Fluchtversuch mit dem Boot kommt er im Sturm fast um. Es grenzt an ein Wunder, dass er Monate später in Konstanz zur Schule gehen darf. Obwohl Karim seine Eltern vermisst und es ihm schwerfällt, Freunde zu finden, beginnt er Fuß zu fassen. Doch da bezichtigt ihn eine Mitschülerin einer üblen Mobbingaktion.

        
*Ich habe dieses Buch als Rezensionsexemplar erhalten*

*Meine Meinung ist jedoch meine eigene und hat nichts mit dem Erhalt des Buches zu tun*



Als jemand der einen persönlichen Bezug zu diesem Thema hat, hat mich "Tausend Meilen über das Meer" sofot angesprochen und ich wollte es unbedingt lesen. Laut Buchrücken beruht die Geschichte auf einer wahren Begebenheit, was es natürlich um so interessanter macht. 
Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht von Karim, der mit seiner Familie aufgrund des Krieges seine Heimat Syrien verlassen muss. Nach langen Strapazen landen sie in Ägypten, können jedoch aufgrund der Umstände auch dort nicht bleiben. So versucht sich Karim, zusammen mit seinem Onkel, an der Überfahrt nach Europa. Die Verhältnisse sind schrecklich und Karim kommt nur knapp mit seinem Leben davon und landet am Ende in Deuschtland. Man denkt sich - endlich Sicherheit, endlich angekommen. Doch auch hier ist das Leben nicht einfach für Karim. Vieles versteht er nicht und viele verstehen ihn auch nicht. Während er auf das Ankommen seiner restlichen Familie wartet, versucht er sich zusammen mit seinem Onkel übers Wasser zu halten - denn für Karim zählt nur eins: dass seine Familie zusammen und in Sicherheit ist. 

Gefallen hat mir das Buch einigermaßen gut, Wahba hat einen sehr einnehmenden Schreibstil, ohne das er jetzt übertrieben wirkt - was bei vielen Büchern mit dieser Thematik oft vorkommt. Meiner Meinung nach ist das Buch sehr empfehlenswert, ich könnte mir auch vorstellen, es eventuell im Unterricht zu verwenden. Das Thema ist ja immerhin aktuell und sollte auch nicht einfach so unter den Teppich gekehrt werden. Meistens hört oder liest man nur die Ansichten von der westlichen Seite, aber nie wirklich, was eigentlich die Menschen auf der anderen Seite der Welt bewegt. Niemand verlässt gerne seine Heimat und seine Wurzeln, aber oft wird man dazu gezwungen und es ist schön, wenn die Gründe dafür von jemanden verstanden werden. 


Titel: "Tausend Meilen über das Meer: Die Flucht des Karim Deeb"
Autor/in: Annabel Wahba 
Erscheinungsdatum: 12. September 2016
Verlag: cbj
ISBN: 3570403351
Genre: Jugend


  






Rezension - Aufstieg und Fall des außerordentlichen Simon Snow

"Aufstieg und Fall des außerordentlichen Simon Snow" von Rainbow Rowell 

Originaltitel: Carry On 


Liebe, Freundschaft, ein Auserwählter und viel Magie

Simon Snow ist der mächtigste Zauberer, den die Welt der Magie je hervorgebracht hat. Wäre da nur nicht die Tatsache, dass Simon völlig unfähig ist, seine magischen Kräfte zu steuern. Aber dafür ist ja Watford da, das Zaubererinternat. Für Simons Zimmergenossen Baz – Vampir aus angesehener Familie und Simon in freundlichem Hass zugetan – ist er, der Auserwählte, eine wahre Fehlbesetzung. Am liebsten würde Baz den Magie sprühenden Simon mit seinen spitzen Zähnen ein für alle Mal erledigen. Doch dazu kommt es nicht, vorerst zumindest. Denn die verfeindeten Jungs tun sich zusammen, um gemeinsam mit ihrer blitzgescheiten Schulkameradin Penelope den Mord an Baz' Mutter aufzuklären. Für Simon beginnt eine Achterbahn der Gefühle. Und die Welt der Zauberer steht fortan nicht nur in Liebesdingen kopf.




           
*Ich habe dieses Buch als Rezensionsexemplar erhalten*
*Meine Meinung ist jedoch meine eigene und hat nichts mit dem Erhalt des Buches zu tun*




Also zuerst muss ich einmal sagen, dass ich Simon Snow schon einmal gelesen habe - und zwar in der Originalsprache. Ich hab sogar einen Post, wo ich über den Fancast rede. Die meisten kennen wahrscheinlich schon Rowell's Fangirl, aber wenn nicht, würde ich vorschlagen, das Buch zuerst zu lesen, damit man vielleicht Simon Snow besser versteht :)


Interessanterweise, habe ich für Carry On (das Buch auf Englisch) 5 von 5 Sternen gegeben. Der Grund warum die deutsche Ausgabe einen Punkt abgezogen bekommt, ist einfach, dass manche Dinge beim Übersetzen einfach verloren gehen. Wenn man nur eine Version liest, fällt das nicht auf, aber mir ist es sofort ins Auge gestochen. Aber Nebensache ... 

Nun zum Buch. Simon Snow ist ein Zauberer. Und geht in eine Zauberschule. Er hat immense Kräfte und wird von vielen als "Der Auserwählte" bezeichnet. Na, erinnert euch das an etwas??? Niemanden?? Wirklich??  :D 
Wie gesagt, Simon Snow ist ein Zauberer und ein böses Etwas hat es total auf ihn abgesehen. Zur Simon's Seite stehen seine beste Freundin Penelope und Agatha und naja .... eben auch Baz. Irgendwie. Das Problem mit Baz ist jedoch, dass der ein Vampir ist und irgendwie immer der Grund dafür ist, dass Simon fast draufgeht. Was Simon jedoch nicht weiß ist, dass das Baz' Art ist seine Gefühle auszudrücken. Uff. Naja, wie sagt man auch seinem Erzfeind, dass man unsterblich in ihn verliebt ist und ihn am liebsten einfach nur küssen würde, damit er mal seine dämliche Klappe hält hihi ...

Rainbow Rowell schreibt auf eine unglaublich charmante und einnehmende Art. Bereits von der ersten Seite zieht sie einen in ihren Bann und schafft es, dass man gar nicht mehr aufhören will zu lesen. Wenn ihr mal richtig in einer Leseflaute steckt und einfach mal einen witzigen Roman mit einfach einer anderen Geschichte lesen wollt, ist Aufstieg und Fall des außerordentlichen Simon Snow definitiv das Richtige für euch! :)


Titel:  "Aufstieg und Fall des außerordentlichen Simon Snow" (OT: Carry On)

AutorIn: Rainbow Rowell 

Erscheinungsdatum: 4. August 2017

Verlag: dtv Verlagsgesellschaft 

ISBN: 978-3-423-64032-9

Genre: Fantasy, YA, LGBT, Romance  









Life Update

Hallo hallo!

Wie geht's, wie steht's?? Lange nichts gehört :D

Zuerst einmal ... mein sehr sehr langer Hiatus von diesem Blog. Um ehrlich zu sein, hatte ich was, was bei der Menschheit wahrscheinlich als die längste Leseblockade der Welt bekannt ist. Ich hatte seitens der Uni Stress natürlich, aber ich hatte auch generell sehr wenig Lust zum Lesen. Aus irgendeinem Grund haben mir Bücher und das Lesen generell keinen Spaß mehr gemacht. Als was länger als 2 Seiten lang war, kostete mich immense Kraft und verstetzte mich einfach in Panik. Ich weiß bis zum heutigen Tag nicht, warum oder wie das passiert ist. Ich weiß nur, dass es ziemlich ziemlich lange gedauert hat. Jetzt sind Sommerferien, ich befinde mich Richtung Schlusslinie in meiner Ausbildung und die Lust am Lesen ist auch wieder entfacht. Langsam geht's wieder und ich hab bereits einige Bücher, die ich rezensieren will. Also könnt ihr euch auch auf neuen Inhalt "freuen" :) 

Lg Claire ~

Rezension - "Erst die Liebe, dann das Vergnügen"

"Erst die Liebe, dann das Vergnügen" von Colleen Oakes 

Originaltitel: Elly in Bloom


Manchmal muss man alles hinter sich lassen, um sein wahres Glück zu finden.

Elly Jordan hat sich einen Traum erfüllt: Noch vor zwei Jahren stand die junge Frau vor den Scherben ihres Lebens, als sie ihren Mann mit einer anderen im Bett erwischte. Von heute auf morgen brach sie alle Zelte ab. Nun ist Elly Inhaberin einer exquisiten Blumenhandlung in St. Louis, täglich umgeben von den schönsten Blumenbouquets, herrlich duftenden Freesien und farbenfrohen Tulpen. Da schlägt sie sich gerne mit Brautzillas und deren hysterischen Müttern herum. Sie ist aufgeblüht, und abgesehen von ihrem unerzogenen Schäferhund und ihrer patzigen Angestellten ist ihr Leben ziemlich perfekt. Und dann ist da noch Ellys neuer Nachbar, ein unverschämt gutaussehender Musiker, der ein Auge auf ihre Kurven geworfen hat. Doch gerade als sie denkt, dass sie ihre Vergangenheit hinter sich gelassen hat, findet sie heraus, dass hinter ihrem lukrativsten Hochzeitsauftrag mehr steckt, als ihr lieb ist ...

Eine irrwitzige romantische Komödie voll Herz, Humor und Blumen.


         



Frühling ist die perfekte Zeit für romantische Geschichten. Ich meine Frühlingsgefühle und das Zeugs .. passt doch, oder? Auch in Colleen Oakes neuesten Buch geht es alles um die große Liebe. 

Elly Jordan ist glücklich mit ihrem Dasein. Sie hat eine feste Anstellung, ein schönes Haus und einen Ehemann, den sie über alles liebt und der ihre Gefühle erwidert. So denkt sie bis zu dem Tag, als sie ihren Mann Aaron im Bett mit seiner Kunststudentin erwischt. Danach fällt für Elly ihr Leben zusammen und sie kehrt ihrer Heimatstadt den Rücken zu. Nach ihrer fluchtartigen Abreise landet sie in St. Louis, wo sie einen eigenen Blumenladen eröffnet und neue Freunde kennen lernt. Der Blumenladen wird immer erfolgreicher und als Elly und ihr neuer Nachbar Isaac eine Beziehung beginnen, scheint die Vergangenheit weit hinter ihr zu liegen. Als eines Tages eine ältere Dame in ihr Geschäft kommt und ihr aufträgt, die Hochzeit ihrer Tochter zu organisieren, bricht Ellys neues Leben zusammen - den die Tochter ist niemand anders als Lucia, die Kunststudentin. Wird Elly es schaffen die Hochzeit für ihren Ehemann und seine Geliebte zu verrichten? Ist sie über Aaron hinweg? Und wie passen Isaac und der süße Sandwichmacher von nebenan in die Geschichte? 

Als ich in der Leseprobe geschmökert habe, habe ich eine romantische Liebesgeschichte mit Witz erwartet. Aber wie man bekanntlich weiß, soll man's mit den Erwartungen auch nicht übertreiben. Leider wurde ich von dieser Geschichte ziemlich enttäuscht. 
Die Hauptprotagonistin war nervig und hat sich ständig über ihr Gewicht beklagt. als wäre es der Weltuntergang, dass sie jetzt einfach mal ein paar Kilos mehr wiegt (als jemand der das tut, kann ich sagen, es gibt Schlimmeres!). Auch die anderen Protagonisten machten ständig irgendwelche Andeutungen oder Witze, die mit ihrem Gewicht zu tun hatten (auch ihre Freundinnen!), was ich nicht in Ordnung fand. Manchmal war sie übertrieben tollpatschig, dass es schon ins Unrealistische hinein fiel. Niemand, und zwar wirklich niemand, ist so tollpatschig im wahren Leben! 
Die Dialoge waren ebenfalls ziemlich übertrieben, sodass man das Gefühl hatte im Mitten einer Soap Opera zu sein. Alles war viel zu melodramatisch und over-the-top, da konnte man einfach nur die Augen verdrehen.
Auch die männlichen Charakteren waren substanzlos. Das Einzige was in ihrem Oberstübchen abging, war meistens nur, wie man Eine ins Bett kriegt (Y I K E S). 
Die ganze Story hat sich für mich 300 Seiten lang einfach nur im Kreis gedreht und mir ging Ellys Selbstmitleid einfach nur auf den Wecker. Ich meine, der Typ hat dich betrogen - scheiß auf ihn! 
Fast alle Protagonisten waren für mich einfach nicht genug durchdacht und so tiefgründig wie eine Pfütze. 

Einigermaßen gut gefallen hat mir hingegen das Ende! Es hat zwar lange gedauert, aber Elly hat es EINMAL wenigstens geschafft, für sich selbst einzustehen. 

Ich sage jetzt einfach mal, dass das Buch nichts für mich wahr. Aber was nicht heißt, dass es euch nicht gefallen kann! Wenn ihr auf Chick-Lit steht - dann ist das definitiv etwas für euch! Steht ihr auf ein Buch, dass ihr in einem Durch lesen könnt - dann ist das definitiv etwas für euch! 

Von mir gibt es leider nur 2 enttäuschte Sterne. Wünschte, ich hätte mehr geben können! (denn einen zusätzlichen gibt es fürs Cover - sonst wäre es nur einer geworden, sorry). 


Titel: "Erst die Liebe, dann das Vergnügen" (OT: Elly in Bloom)

Autor/in: Colleen Oakes 

Erscheinungsdatum: 11. April. 2017

Seitenanzahl: 379

Verlag: beHEARTBEAT (Bastei Entertainment) 

ISBN: 9783732532841

Genre: Romance, Contemporary, Adult Fiction























Rezension - "América"

"América" von T.C. Boyle
Originaltitel: "The Tortilla Curtain" 

Zwei Welten, die sich fremder nicht sein könnten: hier América und Cándido, illegale Einwanderer aus Mexiko, dort das Ehepaar Mossbacher – liberale, umwelt- und ernährungsbewußte Angloamerikaner in Los Angeles ... Der Zusammenstoß Cándidos mit Delaney Mossbachers wachsgepflegtem Auto ist ein wortwörtlicher: Cándido, auf dem Weg zur Arbeit, rennt Delaney direkt vor die Haube und wird schwer verletzt. Da die Schuldfrage sich nicht klären läßt und der Mexikaner offenbar kein Englisch kann, drückt Delaney ihm eine 20-Dollar-Note in die Hand ... 

Delaney sieht seine geschützte Welt zunehmend bedroht: Kojoten dringen in das Grundstück ein und töten die kleinen Hunde, dunkelhäutige, verdächtige Gestalten lungern herum, wo er seine Wanderungen macht. Jenseits der eleganten Villensiedlung, tief unten im Topanga Canyon, hausen Cándido und América wie die Tiere. Sie versuchen ihr Glück auf dem illegalen Sklavenmarkt – verfolgt von der Immigrantenpolizei, vom Hunger, von der Verachtung der Weißen, von der Bösartigkeit der eigenen Landsleute.



      


T.C. Boyle ist für seine satirischen und kritischen Werke weltberühmt und mit "The Tortilla Curtain" nimmt er dies auf eine ganz neue Ebene. Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht von zwei Paaren - das amerikanische Paar, Delaney und Kyra, das alles in ihrem Leben und Candido und America. das mexikanische Paar, das gar nichts hat. An einem schicksalshaften Tag, kollidieren ihre Welten und alles nimmt eine unerwartete Wendung. 


Die Geschichte hat mir an sich gut gefallen. Boyle hat einen sehr speziellen Schreibstil und sein Werk strotzt nur so vor Sarkasmus. Er erzählt, wie Immigranten aus Mexiko von den weißen Amerikanern behandelt werden und was für Schwierigkeiten sie überwinden müssen, um im Land der unbegrenzten Möglichkeiten Fuß zu fassen. Um es nicht zu beschönigen - es ist schrecklich. Vergewaltigungen, Raubüberfälle, Hunger, Kälte, Hitze, Regen, Überschwemmungen ... vor nichts sind Candido und America geschützt. Währenddessen leben die Ammis in ihren perfekten Häusern und ärgern sich über die "Ausländer, die überall sind und alles beschmutzen". Ich habe diesen kritischen Blick auf diese Vorherrschaft der Weißen sehr löblich gefunden. Somit können vielleicht einige Leser/innen reflektieren und ihrer Privilegien bewusst werden und sich fragen, wie sie diesen Menschen vielleicht helfen können. 
Als Kriegsflüchtling, weiß ich dies zu schätzen, was Boyle hier anstrebt. Es ist wichtig, dass Menschen die alles haben, darüber nachdenken und versuchen sich in die Lage derer zu versetzen, die von der Hand in den Mund leben. 


Das einzige Manko bei der Geschichte war die Hoffnungslosigkeit, die sich durch das ganze Buch gezogen hat. Nichts scheint zu funktionieren für Candido und America. Am Ende war es schon zu übertrieben, sodass es ins Unrealistische verfällt. Aber alles in einem finde ich das Buch sehr interessant und bin der Meinung, dass es jeder wenigstens einmal in seinem Leben lesen sollte - sei es auch nur um den eigenen Horizont zu erweitern.


Titel: "América" (OT: The Tortilla Curtain)

Autor/in: T.C. Boyle

Erscheinungsdatum: 1. Jänner 1998

Seitenanzahl: 400

Verlag: Dtv 

ISBN: 9783423125192

Genre: Fiction 































Rezension - "Ana und Zak"

"Ana und Zak" von Brian Katcher
Originaltitel: "The Improbable Theory of Ana and Zak" 

Das Leben auf zwei verschiedenen Planeten – bis zum ersten Kuss
Bis Ana und ihr jüngerer Bruder Clayton an derselben Quiz-Meisterschaft in Seattle teilnehmen wie Zak. Alles könnte gut sein, doch Mastergenie Clayton entwickelt sich zum kleinen Aas und haut heimlich abends vom Turnier ab, um sich auf der nahe stattfindenden großen Science-Fiction-Comic-Convention zu amüsieren. Für Ana und Zak, die ihn finden müssen, bevor der Morgen graut (alles andere hätte furchtbare Konsequenzen) beginnt eine Nacht zwischen Orks, Bogen schießenden Amazonen und wild gewordenen Wikingern. Eine verrückte Nacht, in der beide über sich hinauswachsen, ihre Masken fallen lassen sich zum ersten mal so sehen, wie sie sind: verletzlich, wütend, voller Leben und randvoll mit Gefühlen füreinander.


       



Ich bin so sehr mit der Uni und Klausuren beschäftigt, dass ich seit Beginn dieses Jahres kaum Zeit zum Lesen hatte. Dieses Buch hab ich vor ein paar Tagen von vorablesen.de  bekommen und hat sich ein bisschen auf meinem Regal ausgeruht. Gestern ist es mich förmlich angesprungen und ich musste es einfach lesen! Und das habe ich auch gemacht und bin prompt gestern mit den ganzen 320 Seiten fertig geworden (zwar bis 2 aufgeblieben mit verschnupfter Nase und Halsschmerzen, aber das war's total wert!). Jedenfalls konnte ich "Ana und Zak" kaum aus der Hand legen!

Ana und Zak lernen sich unter interessanten Umständen kennen. Zak droht eine Sechs in einem Kurs zu bekommen und seine Lehrerin steckt ihn in ein Quiz Bowl Team, wo er zusammen mit Ana, ihrem Bruder Clayton und ein zwei anderen Schülern gegen andere Schulen antreten muss. Doch Zak würde lieber zur Washingcon gehen, eine jahrelange Tradition für ihn und seine Freunde, wo sich Science-Fiction-Fans treffen und sich in irre Kostüme stecken, um Schlachten nachzuspielen und mit anderen Geeks abzuhängen. Als Clayton gegen die Regeln verstößt und sich zur Con davonmacht, machen sich  Ana und Zak auf den Weg, um den kleinen Rebellen wieder in die sichere Obhut ihres Hotels zurückzubringen. Jedoch ist das leichter gesagt als getan, den Zak scheint noch offene Rechnungen zu haben und Ana passt überhaupt nicht in diese Welt hinein und will einfach weiterhin in ihrem sicheren Kokon bleiben. Doch sie müssen unbedingt rechtzeitig im Hotel sein, bevor die Lehrerin merkt, dass sie sich davongeschlichen haben und ihre Gefühle füreinander sind nicht die einzige Hürde, die sie überwinden müssen. 

"Ana und Zak" ist eine irrwitzig-geniale Geschichte voller Freaks, Geeks und Drogenhändler (!?), mit schlagfertigen (Betonung auf "Schlag") Charakteren, Popkultur-Hinweisen und witzigen Dialogen. Brian Katcher schafft es, dass dem Leser vor lauter Lachen die Tränen kommen und vom Anfang bis Ende zu unterhalten. "Ana und Zak" ist eine Pflichtlektüre für den Frühling, Sommer, Herbst oder Winter. Ein Muss für jeden Fan von "Flirt mit Nerd" oder "Bookishly Ever After". 




Titel: "Ana und Zak" (OT: The Improbable Theory of Ana and Zak) 

Autor/in: Brian Katcher 

Erscheinungsdatum: 7. April 2017

Seitenanzahl: 320

Verlag:  dtv Verlagsgesellschaft Reihe Hanser 


ISBN: 9783423650250

Genre: YA, Romance, Humor 


   













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