Rezension - "Hope & Despair - Hoffnungsschatten"

"Hope & Despair - Hoffnungsschatten" (Hope & Despair #1) von Carina Mueller 

**Wahre Gegensätze finden immer zueinander**

Sie sind buchstäblich ein Geschenk des Himmels: Zum Dank für die heimliche Rettung eines schiffbrüchigen Ufos bekam die amerikanische Regierung einst zwölf übermenschliche Babys geschenkt. Sechs Mädchen und sechs Jungen – jeweils für die guten und die schlechten Gefühle der Menschen stehend. Dies ist genau siebzehn Jahre her und die Babys sind nicht nur groß geworden, sondern wurden auch voneinander getrennt. Während Hope und die anderen fünf Mädchen sich als Probas dem Guten im Menschen verpflichten, verhelfen die männlichen Improbas dem kriminellen Untergrund zu Geld und Macht. Bis zu dem Tag, an dem die Improbas ihre Gegenspielerinnen aufspüren und nur Hope entkommen kann. Mit ihrem Gegenpart Despair dicht auf den Fersen…


            
*Ich habe dieses Buch als Rezensionsexemplar von NetGalleyDE erhalten*


Was passiert wenn man eine echt gute Idee hat, aber nicht die Möglichkeit (bzw. das Talent) diese umzusetzen? Es kommt ein Kauderwelsch raus und man stellt sich die Frage - stimmt etwas mit mir nicht oder ist dieses Buch echt lahm? 
Okay, mit Lahmheit kann ich umgehen, wenn der Grundstein vielversprechend klingt. Womit ich eher weniger umgehen kann, ist eine Charakterisierung, die weit daneben gegangen ist. 

Hope & Despair strotzt nur so von Sexismus. Die männlichen Charaktere scheinen einen Kurzschluss zu haben, denn sie können die weiblichen Protagonisten nur mit "Schlampe" oder "Tusse" oder sogar "Puppe" anreden. Was ziemlich ekelhaft ist, wenn ihr mich fragt. Also großes No-Go für mich. 

Was ich besonders lieblich fand war diese Zeile hier "Und zudem seid ihr Männer. Ihr seid von Natur aus stärker. In allen Bereichen."  Und das noch von einer weiblichen Autorin. 
Das hat mich so auf die Palme getrieben, dass ich fast ein Aneurisma entwickelt hätte. 

Dann sind da noch weitere Herrlichkeiten wie: 
»Aber ich bin halt auch nicht alle Weiber«, konnte ich mir nicht verkneifen.
 Er legte seine rechte Hand auf meine. »Das bist du tatsächlich nicht .« *würg* *kotz* *erbrech* 
Man möchte denken, dass sich alle Menschen voneinander unterscheiden, aber whatever. 

Oh ja, und natürlich meine Lieblingszeile: "Klar: Pancakes waren jetzt nicht unbedingt ein typisches Männeressen." Es sind verdammt noch mal PANCAKES! Und was zum Geier ist "typisches Männeressen"!? Bluttriefendes Steak? Ein Schweinskotelett mit Sixpack? 

Geschmückt wird diese Pracht dann von "jugendhaften" Schimpfwörtern. Ich meine, irgendwie muss man das Buch ja schmackhaft für die Jugend machen, nicht wahr? 

Okay, liebe Autoren und Autorinnen, es ist das Jahr 2016 und gerade erreicht uns eine Eilmeldung: 

1. Es ist nicht cool oder hipp oder angesagt, wenn ihr weibliche Charaktere als "Jungfrauen in Not" schreibt, die von einem Typen mit Six-Pack und goldenen Locken gerettet werden muss. Mädchen sind nicht diese schwachen Blümchen, die davonwehen, wenn sie ein kleines Lüftchen trifft. FRAUEN KÖNNEN GENAUSO STARK SEIN WIE MÄNNER! 

2. Bitte lasst das mit den Schimpfwörtern. Ich weiß, ihr wollt eure Teenager so realitätsnah wie möglich schreiben, aber Tatsache ist: NIEMAND VERWENDET DAS WORT A****LOCH DREIMAL IM GLEICHEN SATZ. ABSOLUT NIEMAND. 

3. FRAUEN WERDEN NICHT GERN MIT VIEH VERGLICHEN. 

4. ES IST NICHT ROMANTISCH, WENN DICH JEMAND FOLTERT. DAS IST KEINE GUTE BASIS FÜR EINE GESUNDE BEZIEHUNG UND WIRD ES AUCH NIEMALS SEIN.

5. Ich weiß, wir vergessen gern, dass es bereits das EINUNDZWANZIGSTE Jahrhundert ist, aber eine weitere Tatsache ist: FEMINISMUS EXISTIERT. 
Und wenn ihr nicht genau wisst, was dieses hübsche kleine Wort bedeutet - Google ist euer Freund und immer bereit euch zu helfen: Feminismus 

Also bitte. 

Dann mal zu den Charakteren. Despair hat nicht mehr alle Tassen im Schrank (und auch kein Rückgrat) und Hope ist belämmert. So, ich hab's gesagt. 
Handlung? Wenn ihr das Hin-und Herfahren zwischen zwei Häusern sowie gelegentliche Folter als Handlung sieht, gibt es die hier auch. 


Das Endergebnis kann man glaube ich herauslesen. Ich hasse es. Der einzige positive Aspekt ist wahrscheinlich die Grundidee, die wirklich spannend gewesen wäre, wenn sie wahrscheinlich jemand anders umgesetzt hätte. Aber der Titel ist passend gewählt und ich kann mich total mit ihm identifizieren: Am Anfang hatte ich Hope, am Ende wurde es nur Despair. *schulterzuck*

Somit gibt's von mir nur 1 Stern. 



Titel: Hope & Despair - Hoffnungsschatten (Hope & Despair #1)

Autor/in: Carina Mueller 

Veröffentlichungsdatum: 7. Juni 2016

Seitenanzahl: 368

Verlag: Impress

ISBN-Nr.: 978-3-551-30060-7

Genre: Fantasy; YA; 

   






















2 comments:

  1. DANKE, DANKE, DANKE!!! Endlich jemand, der das Buch genauso hasst wie ich. =D Ich finde es furchtbar, wie beliebt es ist. Ich unterschreibe die Rezension genau so. =)

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    1. Das Buch hat mich so auf die Palme getrieben!! Und alle loben es von links und rechts, es macht mich ganz wahnsinnig! Aber bekanntlich sind Geschmäcker ja verschieden o.O

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